Energetische Bausteine

Am Kraftwerksstandort Kehl zeigt sich, wie Koehler seinen Energiemix weiter ausbaut. Mit einer Photovoltaikanlage auf der Biomasselagerhalle produziert der Standort seit 2025 eigenen Solarstrom: ein Pilotprojekt für die Kraftwerkstandorte – mit Signalwirkung für weitere Anlagen.

Seit 2022 haben die Herausforderungen im Energiesektor und die steigenden Strompreise viele Fragen aufgeworfen. Eine zentrale lautet: Wie lässt sich Strom sparen – oder sogar selbst erzeugen, um den eigenen Bedarf zu decken? Die Antwort suchte das Team Technik und Betrieb von Koehler Renewable Energy nicht auf dem Papier, sondern auf den Dächern der Kraftwerksstandorte. Projektleiter Leon Bechmann erklärt: „Die Idee war, unsere Standorte mit Photovoltaikanlagen auszustatten, um wirtschaftlicher zu werden und gleichzeitig unsere Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen.“

Das Team Technik und Betrieb betreut die Kraftwerksstandorte der Koehler Renewable Energy und prüfte zunächst, wo Photovoltaik (PV) technisch möglich und auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Schnell zeigte sich, dass der Standort Kehl ein großes Potenzial bietet: eine große Biomasselagerhalle mit geeignetem Dach sowie Nähe zum Hauptsitz – ideal für ein Pilotprojekt.

Technik, die sich einfügt

Aber: Das Gebäude stammt aus dem Jahr 2002 und war ursprünglich nicht für Photovoltaik vorgesehen. Statikunterlagen mussten gesucht, geprüft und neu bewertet werden. Am Ende fiel die Entscheidung für ein besonders leichtes Schienensystem, das die Last gleichmäßig verteilt. Auch regulatorische Vorgaben spielten eine Rolle: Am Dachrand mussten Abstände wegen Wind- und Schneelasten eingehalten werden. Parallel prüfte der Netzbetreiber, ob die Anlage mit dem lokalen Stromnetz verträglich ist – ein Prozess, der zusätzlich Zeit erforderte.

Ein Projekt wächst zusammen

Im Januar 2025, nach der Projektentwicklungsphase und nur vier Monate nachdem das Team den Auftrag abgeschickt hatte, ging die PV-Anlage ans Netz. Bechmann war sowohl von der Geschwindigkeit der Umsetzung als auch von der Schnelligkeit der Montage beeindruckt. „Als ich morgens aufs Dach kam, war kaum etwas zu sehen. Vier Stunden später lag dort eine riesige Fläche voller Module“, erinnert er sich.

Für Planung und Bau arbeitete Koehler Renewable Energy mit dem Wiesbadener Unternehmen WiSo Solar zusammen. Bei der deutschlandweiten Ausschreibung achtete das Team auf relevante Zertifizierungen und Erfahrung im industriellen Umfeld. „Es macht einen großen Unterschied, ob jemand kleine Hausanlagen baut oder Großprojekte umsetzt“, sagt Bechmann. Die Zusammenarbeit lief reibungslos und wird über das Projekt hinaus fortgeführt, sowohl bei der Wartung der PV-Anlage als auch bei möglichen Folgeprojekten.

Elektrisierender Erfolg

Die fertige Anlage besteht aus 607 PV-Modulen. Der Strom, den sie erzeugt, wird vor Ort direkt genutzt. Mit einer Leistung von rund 267 Kilowatt Peak deckt sie circa 9 Prozent des Fremdstrombezugs des Kraftwerksstandort. „Der Strom fließt in unser System. Dadurch müssen wir weniger Energie aus dem öffentlichen Netz beziehen“, erklärt Bechmann.

Das Ergebnis übertrifft die Erwartungen: Die Anlage amortisiert sich schneller als geplant und liefert einen wichtigen Beitrag zum Energiemix. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn ein Projekt sogar noch besser läuft als gedacht“, sagt Bechmann stolz.

Pilot mit Perspektive

Noch ist Photovoltaik ein vergleichsweise kleiner Baustein im Energiemix des Unternehmens, doch ihr Anteil soll wachsen. Die Anlage in Kehl ist bewusst als Pilot für die Kraftwerkstandorte angelegt.

Für Bechmann ist das Projekt ein besonderer Meilenstein. Aus Neugier auf neue Technologien hatte er sich selbst für die Projektleitung gemeldet. „Mich reizt es, Themen anzugehen, die ich vorher noch nicht kannte“, sagt er. In Kehl zeigt sich nun, wie aus dieser Motivation ein konkretes Ergebnis wurde: Sonnenstrom, der direkt in den Produktionskreislauf einfließt.

Kurz gefragt: Birgit Hagebölling, Bereichsleiterin Technik und Betrieb bei Koehler Renewable Energy

Welche Rolle spielt nachhaltige Energie in der Strategie der Koehler-Gruppe?

Nachhaltigkeit spielt in der Strategie der Koehler-Gruppe eine entscheidende Rolle. Die Koehler-Gruppe hat ein Versprechen gegeben: Bis 2030 wollen wir bilanziell mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, als für die Papierproduktion benötigt wird. Dieses Versprechen verfolgen wir mit dem Handlungsfeld „Visionär beim Klimaschutz“ als Ziel unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

Wo gibt es noch Potenzial für mehr Energieeffizienz?

Koehler Renewable Energy verfolgt vielfältige weitere Projekte in den Bereichen der Energieeffizienz, die wir mit Machbarkeitsstudien und Potenzialanalysen begleiten. Wir finden es wichtiger denn je, nachhaltig mit Ressourcen umzugehen, Kreislaufwirtschaft zu fördern und Effizienzen zu steigern. Verbesserungsprozesse sind unser ständiger Wegbegleiter.

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